Jedes Geschäft hat seine Höhen und Tiefen – das gilt auch für Multi-Level-Marketing (MLM). Während einige Vertriebe florieren, kämpfen andere mit stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen.
Besonders problematisch wird es, wenn ein vielversprechend gestarteter Vertrieb plötzlich ins Stocken gerät. Während unerfahrene Inhaber in Panik geraten, wissen erfahrene Unternehmer, dass eine konsequente Schulung und die Einhaltung bewährter Strategien meist wieder für Wachstum sorgen.
Doch es gibt einige grundlegende Fehler, die einem MLM-Vertrieb ernsthaften Schaden zufügen können. Diese „Vertriebskiller“ sollten unbedingt vermieden werden, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Erster Vertriebskiller: Direktverkauf über die Unternehmenswebsite
Ein gravierender Fehler besteht darin, dass das Unternehmen selbst beginnt, Produkte direkt über die Firmen-Webseite zu verkaufen, und bootet damit die Landingpages aus. Dort kann sich plötzlich jeder als Kunde oder Partner registrieren und direkt bestellen – ohne über einen bestehenden Vertriebspartner zu gehen.
Folgen:
- Strukturpartner werden umgangen und verlieren ihre Provisionen.
- Erfahrene Vertriebspartner, die sich einem neuen MLM anschließen wollen, prüfen genau, ob eine direkte Anmeldung ohne Struktur möglich ist. Falls ja, meiden sie das System.
- Die Hoffnung, dass neu gewonnene Kunden nachträglich einer Struktur zugeordnet werden können, ist eine Illusion. Solche Versuche sorgen für Misstrauen und führen eher dazu, dass sich Top-Leader aus dem Vertrieb zurückziehen.
- Der Vertrieb verliert seine Dynamik, was zu einem unumkehrbaren Niedergang führt.
Zweiter Vertriebskiller: Zusätzliche Verkaufsplattformen ohne Struktur
Ein weiterer schwerwiegender Fehler ist die Einführung zusätzlicher Verkaufsseiten, auf denen Produkte direkt an Kunden verkauft werden – unabhängig von der Vertriebsstruktur.
Folgen:
- Die Partner erkennen schnell, dass es alternative Kaufmöglichkeiten gibt, bei denen ihre Provisionen entfallen.
- Dies führt zu Frustration und Unmut unter den Vertriebspartnern.
- Viele Partner hören auf, aktiv für das Unternehmen zu arbeiten.
- Die Umsätze brechen ein, und der Niedergang des Vertriebs beschleunigt sich.
Solche Parallelstrukturen untergraben die Motivation und das Vertrauen der Partner massiv. Ein MLM-System lebt davon, dass der Vertrieb über Partner läuft – sobald dieser Mechanismus gestört wird, beginnt der Verfall.
Dritter Vertriebskiller: Änderungen am Vergütungsplan
Einer der größten Fehler, den ein MLM-Unternehmen begehen kann, ist die Änderung des Vergütungsplans – insbesondere dann, wenn bestehende Partner auch nur im Ansatz denken könnten, dass sie dadurch schlechter gestellt werden.
Folgen:
- Langjährige Partner, die sich auf das bisherige System verlassen haben, verlieren das Vertrauen.
- Top-Leader und erfahrene Verkäufer verlassen den Vertrieb, oft ohne Vorankündigung.
- Neue Partner sind misstrauisch, weil sie befürchten, dass das Vergütungssystem erneut geändert wird.
- Die Struktur destabilisiert sich, und der Vertrieb kann sich nur schwer davon erholen.
Änderungen am Vergütungsplan sollten daher äußerst vorsichtig und transparent kommuniziert werden. Idealerweise werden bestehende Partner nicht benachteiligt, sondern neue Anreize geschaffen, um das Wachstum zu fördern.
Fazit
Ein erfolgreicher MLM-Vertrieb basiert auf Vertrauen, Transparenz und einem klaren System.
Wer als Inhaber eines MLM-Systems langfristig erfolgreich sein möchte, sollte die genannten Vertriebskiller unbedingt vermeiden.
Direkte Verkaufsplattformen ohne Struktur, unbedachte Änderungen am Vergütungssystem und die Umgehung der eigenen Vertriebspartner führen fast immer zum Scheitern.
Wer jedoch sein Unternehmen auf einem stabilen und fairen Fundament aufbaut, kann langfristig von einem florierenden MLM-System profitieren.